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Fahrbericht: Kia proceed 2.0 Crdi
Tarnen und Täuschen

Kia pro_cee’d, sportlicher Look, ohne die Alltagstauglichkeit einzuschränken. Das ist den Ingenieuren hier vorzüglich gelungen.





Der Dreitürer der Cee’d Familie ist 1,5 Zentimeter länger als die fünftürige Variante und 3 Zentimeter niedriger. Das sportlichen Aussehen wird durch die veränderte Seitenscheibe und die heruntergezogene Dachlinie in Verbindung mit den Dachspoiler erzielt Auch die flacher stehende Heckscheibe und die tief gezogene Spoilerlippe im Frontbereich tragen zum flotten Aussehen des pro_cee’d bei. Weniger Gewicht machen das Auto noch agiler. Wir fuhren den Kia in der EX Version befeuert vom starken 2.0 Common Rail Turbo Diesel mit 140 PS. Dieser Motor harmoniert hervorragend mit dem Sechsganggetriebe und man findet in der leicht zu schaltenden Kulisse immer die passende Übersetzung. Der Motor ist wenig bockig, sondern zieht auch brav im untertourigen Bereich hoch. Nach dem Starten lässt er zwar seinen Dieselgenen freien Lauf in Form lauter Lebensäußerungen, wird aber hat er erst mal Betriebstemperatur, eher zum Leisetreter. Was man aber bei der Performance überhaupt nicht behaupten kann. Der pro_cee’d beschleunigt in 10,1 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 205 Km/h. Dort wird dann elektronisch abgeregelt. Verständlich Angesichts der 7 Jahre Garantie, da soll die Belastung der relevanten Bauteile nicht durch übermäßiges Tempobolzen überschritten werden. Und 205 Km/h sind ja doch recht ordentlich für ein Fahrzeug seiner Klasse, damit kann er im Segment voll mithalten.
Mithalten kann der Kia auch beim Gepäckabteil, groß bemessen ist er für ein Fahrzeug dieses Typs mit: 340 Liter Volumen bis zur Fensterkante, inklusive der 55 Liter, die die Ablagefächer im Gepäckraumboden fassen – genauso viel wie beim Fünftürer. Auch das maximale Ladevolumen bei umgeklappter Rückbanklehne ist mit 1.130 Liter absolut wettbewerbsfähig.
Aber, den pro_cee’d kauft man wohl eher wegen des Fahrspaßes und der Optik. Und Fahrspaß bietet er reichlich. Die geänderten Stabilisatoren und Dämpfer ergeben ein deutlich sportlicheres Fahrverhalten als beim Fünftürer oder Kombi.
Die elektrische Servolenkung wurde gegenüber den anderen Modellen mit veränderter Software direkter ansprechend ausgelegt. Leider ist sie um die Mittellage etwas sehr straff, erleichter aber auch das zielgenaue und präzise Einlenken. Durch das straffe Fahrwerk folgt der pro_cee’d spontaner den Lenkbefehlen und ist damit recht agil. Im Grenzbereich ist er lange neutral, bis dann ein durch Lastwechsel provozierter Heck-Schwenk von ESP wieder sanft eingefangen wird.
Auch die Bremsen sind ohne Tadel und sehr gut dosierbar. Ein Auto, mit dem die Hatz durch die Kurven Spaß macht. Dabei muss man auch den Ölmultis nicht allzu viel Tribut zahlen, ein Testverbrauch von 7,9 Litern pro 100 Km ist doch recht akzeptabel.
Beim Interieur bietet der pro_cee’d nicht viel Neues, verglichen mit dem Fünftürer. Das Platzangebot ist trotz der sportlichen Note und Karosserie durchaus auf dem Niveau seines Segments. Es ist ansprechend und qualitativ auf dem Stand der Mitbewerber. Die Bedienung ist problemlos, nur würde man sich wünschen, dass die Geschwindigkeitsregelung auch in Tempo 30 Zonen einsetzbar wäre.
Unser Testfahrzeug war ein Crdi 2.0 EX der ab 21440 Euro zu haben ist, mit dem zusätzlichem Komfort-Sicht- , Sitz- und Sportpaket muss man inklusive Metalliclackierung 23.710 Euro anlegen.
Fazit: Fairer Preis für eine faire Leistung.
HJE/ Automagazin24.de









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