Polarisiert
… der Daihatsu Materia spaltet die Lager auf, entweder man findet ihn toll oder grundhässlich. Beide Meinungen hörten wir während unseres Fahrberichts.
Daihatsu geht wohl beim Design grundsätzlich den Weg, erstmal ein Klotz und dann an den Ecken vier Räder angeschraubt. Dieses Konzept ergibt dann ein Auto, das Platz im Überfluss zu bieten hat. Die geniale Idee, die Rückbank verschieben zu können, um entweder den Fondpassagieren fürstliche Platzverhältnisse, oder aber weniger Platz und dafür dann mehr Kofferraum, anzubieten, macht den kleinen Unterschied zu anderen Mitbewerbern in der Klasse aus. Der so gewonnen Raum wurde dann in ein zwar ungewöhnliches, aber gerade junge Menschen ansprechendes Blechkleid, gepackt. Er wirkt etwas futuristisch, erinnert dabei leicht an eine Bulldogge, aber mir hat er gefallen. Auf jeden Fall, ein Auto, das sich wohltuend vom Automobilen Einheitsbrei abhebt.
Wir fuhren ihn in der Version mit dem Vierzylinder 1,5 Liter Benzinmotor, der 103 PS leistet, die über ein gut zu schaltendes Fünfganggetriebe an die Vorderräder weitergegeben werden. Bei einem Gewicht von 1050 Kilogramm lässt dies gute Fahrleistungen erwarten. Das ergibt eine Beschleunigung von 0-100 Km/h in 10,5 Sekunden und eine Spitze von 170 Km/h(Werksangabe) Mit GPS konnten wir hier eine Maximalgeschwindigkeit von 181 vermelden, gemessen mit dem Garmin Navü). Das zulässige Gesamtgewicht von 1600 Kg ergibt eine Zuladung von 550 Kg, was ja nun wirklich nicht von schlechten Eltern ist. Hierzu bietet der Materia dann zwischen 181 und 294, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sogar 619 Litern Kofferraumvolumen an.
Innere Werte
Der Innenraum des Materia ist nett und ordentlich gestaltet, vor allem bietet er eine sehr gute Kopffreiheit. Auch Dirk Novitzki könnte wohl problemlos sein „langes Gestell“ dort unterbringen, ohne mit dem Kopf anzustoßen. Man sitzt in einer Position die einen guten Überblick über das Verkehrsgeschehen vermittelt . Auch an die mittige Anordnung der Instrumente hat man sich schnell gewöhnt. Leider gibt der Materia keine Auskunft über Verbrauch oder Restkilometer bekannt, was Angesichts des Nur 40 Liter fassenden Tanks doch angebracht wäre, zumal der 1.5er bei flotter Fahrt doch einiges an Normalbenzin konsumiert. Die Balkenanzeige des Tankvolumens zeigt zum Ende hin nur sehr ungenau an, was denn nun Phase ist. Er nimmt sich schon mal etwas mehr als 10 Liter aus dem Tank, was aber im Anbetracht der Leistung noch akzeptabel ist
Trotz seiner Höhe ist er eher ein Kurvenflitzer als ne Schaukel, das Fahrwerk ist gut abgestimmt, er schiebt im Grenzbereich deutlich über die Vorderräder, lässt sich aber dann doch zu einem leichten Heckschwenk überreden, den das ESP sofort protestierend wieder einfängt. Die Bremsen sind obwohl hinten nur Trommeln den Fahrleistungen angepasst, gut dossierbar und der Bremsassistent entwickelt bei schnellem Wechsel auch kein Eigenleben. Wirklich angenehm zu fahren, nur die dicken A-Säulen stören etwas die Harmonie in engen Kurven. Die Lenkung ist eher direkt und liefert eine gute Rückmeldung. Das gesamte Fahrzeug liefert ein positives und sicheres Gefühl beim Fahren.
Der Materia gibt es ebenfalls als 1.3 mit 91 PS und ab sofort als 1.5 Liter mit Allrad. Dieser wird bei uns demnächst sein können im Fahrbericht beweisen können, ebenso der neue Sirion in der Allradversion.
Mit Preisen beginnend ab 14.790 Euro für den 1.3 ist er zwar kein Schnäppchen aber auch nicht teuer. Die Stabilitätskontrolle ist nur im 1.5 erhältlich und kostet 650 Euro, ein Aufpreis, der sinnvoll ist. Kopfairbags gibt es zu den beiden Frontairbags und den Seitenairbags für 450 Euro noch dazu. HJE/Automagazin24.de
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Klettern?
Bitte sehr, wenn’s nicht zu krass wird, so kann man die Geländeeigenschaften des Materia 1.5 ECO 4x4 beschreiben. Mit Bravour lassen sich auch steile Anstiege an denen man mit Zweiradantrieb verloren hätte bewältigen.
Neben seinen schon bekannten Eigenschaften bietet der Materia 4x4 auch noch ein paar Fahreigenschaften, die man in so einem Auto nun schon gar nicht vermutet. Leichtes Gelände ist im Materia locker zu bewältigen, nur die geringe Bodenfreiheit nötigt da zur Vorsicht. Der Allradantrieb ist allerdings nur durch eine Viscokupplung automatisch beigeschaltet, das heißt, sobald eine Differenz der Drehzahlen zwischen Vorder- und Hinterachse festgestellt wird verteilt sich die Kraft gleichmäßig auf beide Differenziale. Den Vorteil des Allradantriebs erkauft man allerdings zum einen mit mehr Geräuschentwicklung, ab 120 Km/h wird er deutlich lauter als sein Frontantriebspendant, der Verbrauch klettert um etwas einen halben Liter pro 100 Kilometer und ein sonst optionales ESP ist für den 4x4 nicht zu haben und zum Zweiten natürlich pekuniär, so ruft Daihatsu für das 4x4 am Heck 1100 Euro mehr auf. Mit 16890 Euro ist er damit aber immer noch ein preiswerter Allradler. Der 4x4 zahlt sich vor allem auf glattem und schlüpfrigem Geläuf aus.
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