Ahoi Exeo
Seat stellt den neuen Exeo vor. Eine alte Seefahrernation braucht ab und an ein neues Flaggschiff und das wurde auf den Namen Exeo getauft. Während in Deutschland der Schnee vom Himmel rieselte, konnte sich der Seat Exeo bei strahlendem Sonnenschein und 20° in Marbella von seiner besten Seite zeigen.
Als der Exeo auf Kiel gelegt wurde, hatte man das Ziel, mit diesem Auto in den Premiumbereich der Mittelklasse vorzustoßen. Es ist gelungen. Da Seat auch das Augenmerk auf einen fairen Preis gerichtet hat, schaute man sich nach Einsparungseffekten im Konzern (Seat gehört ja, wie hinlänglich bekannt; zur Volkswagengroup)um. Man wurde fündig und beschloss, die bewährte Plattform vom Vorgänger des aktuellen Audi A4 zu verwenden und auf dieser aufzubauen. Klar, dass so die Seitenlinie des Exeo einen Bekanntheitsgrad erreicht, den sonst ein neues Auto selten hat. Aber so braucht auch keiner zu suchen, bei welchem Modell denn nun dieses oder jenes Detail geklaut sein könnte. Man wird schnell fündig.
Nun Seat hat aber nicht den A4 kopiert sondern jede Menge Arbeit in die Front, das Heck und die inneren Werte des Exeo gesteckt.
Die für den Innenraum ausgewählten Materialien genügen optisch und beim Anfassen dem Premium Anspruch. Exakte Verarbeitung ist Grundbedingung, wenn man im oberen Feld der Mittelklasse vertreten sein will, und auch dieses Ziel wurde erreicht.
Sportlich soll der Exeo sein, das ist er dem Markenimage schuldig. Eine aufwendige Fahrwerkskonstruktion mit Mehrlenker- Vorder- und Hinterachse machen aus dem Exeo eine sportlich zu bewegende Limousine, die aber auch genügend Komfort für die Reisenden bietet.
Ein, bauartbedingter, längs eingebauter Frontmotor, kombiniert mit dem Antrieb der Vorderachse, spricht normalerweise nicht für ein besonders williges Einlenken des Gefährts. Dank der Aufhängungsgeometrie des neuen Exeo, kann man aber dieses Vorurteil getrost zur Seite legen. Erste Fahreindrücke zeigten, dass der Exeo willig den Fahrbefehlen am Lenkrad nachkommt. Exeo Käufer dürften eh wenig Interesse an Rundenrekorden mit ihrem Auto auf der Rennstrecke haben.
Der Kunde hat neben den drei Ausstattungsvarianten auch die Wahl zwischen einer Komfort und Sportabstimmung des Fahrwerks. Beide treffen genau die Bedeutung des Wortes, ohne dass aber die Sportabstimmung zu brutalen Stößen neigt Der Innenraum vermittelt den Eindruck: Einsteigen und wohlfühlen.
Motorisches
Seat darf sich nun im VW – Motoren Regal bei den modernsten Triebwerken bedienen. So stehen für den Exeo zum Start fünf Motoren zur Verfügung. Der Leistungsumfangreicht von 102 PS bis zu 200 PS beim 2.0 TSI. Erfreulich sind die beiden TDI Selbstzünder, die nun mit modernster Common Rail Technik arbeiten. Die Top Motorisierung bei den dieselbetriebenen Fahrzeugen ist der 2.0 TDI mit 170 PS. Die Variante mit 143 PS ist genau wie die starke Antriebseinheit, mit Direkteinspritzung und DPF versehen. Der neue Motor glänzt mit weichem Lauf und Kraft in allen „Lebenslagen“.
Die Ruppigkeit des alten Pumpe-Düse Aggregats ist Geschichte. Eine Wohltat, im dritten Gang sanft an eine Ampel rollen zu können, ohne unsanft mit der schlagartig auftretenden Arbeitsverweigerung des Motors aus den Träumen gerissen zu werden. Die gesamte Motorenpalette erfüllt heute schon die ab 2011 verbindliche Euro 5 Norm.
Für die aktive und passive Sicherheit des Exeo hat man sich auch allerlei einfallen lassen. Sieben Airbags packen in Watte, sogar die Knie des Fahrers, optional sind noch zwei Seitenairbags für die Fondpassagiere erhältlich. Das Isofixsystem, das nun auch für die Babyschale auf dem Beifahrersitz zu haben ist, wurde auf den Rücksitzen um einen weiten Befestigungspunkt erweitert, der ein Verdrehen des Sitzes bei einem Aufprall verhindert. Aktiv schützen die elektronischen Helferlein, die „State oft he Art“ sind.
Auch beim Fußgängerschutz hat eine spezielle Stoßstange und das wegklappbare Scharnier der Motorhaube für Verbesserungen und hervorragende Werte beim Crashtest gesorgt.
Erste Eindrücke
Wie es auch im richtigen Leben so ist, der erste Eindruck ist entscheidend. Ob aus einem Flirt dann mehr wird kann nur die Zeit zeigen, allerdings stehen alle Zeichen auf eine lange Verbindung von Käufer und Auto.
Ein maßgeblicher Punkt ist ja oft für eine Ehe die Mitgift, und hier kann man sagen die Braut hat da einiges zu bieten. Die Optionsliste wird lang, aber schon der Grundpreis von knapp 22.000 Euro ist als „Brautpreis“ doch für das Gebotene nicht zu hoch. Wer es exclusiver oder bequemer will findet sicher die richtige Ausstattung und dann sollte noch genug da sein für die „Hochzeitsreise“.
Unser Fazit nach der Testfahrt: Wer sich beim Kauf einer Mittelklasse Limousine für den Seat Exeo entscheidet, dürfte es aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht bereuen. HJE
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