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Fahrbericht: Picanto 2010
Klein, kleiner, Picanto
Er ist sicher nicht der größte, was seine Maße anbelangt, in der City allerdings schlägt er manch großen Wagen um Längen.  Mit seiner freundlichen Optik und den frischen Farben bringt er etwas Freude in den tristen Stadtverkehr.von Melanie Köhler




Klein, kompakt und knuffig auf den ersten Blick und ein kleines Raumwunder auf den zweiten. Vier Türen bieten vier Erwachsenen Platz. Er wirkt größer als er ist, innen wie auch außen. Natürlich muss man dabei immer die Außenmaße von 3,50m Länge im Auge behalten. Seine kleine Größe ist im Stadtverkehr ein großer Vorteil. Wendig und klein flitzt er in jede Parklücke.  Der 1.1 Liter Benziner hat Euro 4 und 65 PS. Damit ist er für seine Größe ausreichend motorisiert. Der Verbrauch im Test lag bei 6.2 Litern, auch bei straffer Autobahnfahrt, wenn man seine 155 Km/h Spitze als straff bezeichnen mag.
Bei Kia sitzt man ja immer ein klein wenig höher, das Platzangebot an sich ist aber recht akzeptabel.
Durch das Steilheck und seiner kompakte Höhe sitzt man vorne wie auch hinten relativ bequem und nicht beengt. Bein- und Kopffreiheit hat man für die Größe genügend. Gut, dafür bleibt der Kofferraum etwas auf der Strecke. Mit einem Volumen von 127 Litern sind das nicht viel mehr als ein paar Einkaufstütchen. Mit einem Getränkeständer wird’s schon schwierig. Gut, man kann die Rücksitze relativ schnell umlegen, das bringt dann ein maximales Volumen von 882 Litern. Sollte ausreichen, aber man muss sich eben entscheiden: Mitfahrer, oder Einkäufe. Man merkt schon, alles im Picanto ist relativ. Wir bewegen uns im A-Segment und da muss man immer kleinere oder größere Abstriche machen.
Die Armaturen und auch der Stauraum sind minimalistisch gehalten. Tacho, Drehzahlmesser und die ganzen Anzeigen sind rund und sehen etwas retro aus. Staufächer findet man in den Türen, der Rückseite der Vordersitze, im Handschuhfach, im Boden des Kofferraums, zwei Getränkehalter in der Mittelkonsole und einen Brillenhalter (der allerdings ziemlich sinnlos ist, denn die aktuellen Sonnenbrillen passen nicht hinein, allenfalls Lesebrillen und –hilfen).Lederlenkrad und Lederschaltknauf gibt dem ganzen einen exklusiveren Touch. Klima ist optional erhältlich, aber leider nicht als Klimaautomatik. Auch das Radio mit CD-Player ist optional erhältlich. Macht Musik, mehr aber auch nicht. Der Sound ist nicht der allerbeste. Dafür gibt es aber einen AUX und USB-Anschluß.
Kia bietet auch beim Picanto, wie fast bei allen seinen Modellen ISOFix-Halterungen für die Kindersitze an. Das ist ganz nett, denn mit einer herkömmlichen Babyschale wird es schwierig. Auf dem Beifahrersitz, dank abschaltbaren Air-Bag kann man das Baby samt Schale zwar mitnehmen, auf den Rücksitzen ist der Gurt aber nicht lang genug. Den Folge-Kindersitz bringt man zwar in den Picanto hinein, sehr viel Platz für die kleinen Beinchen ist aber nicht vorhanden, besonders wenn der Fahrer größer ist.
In der Stadt flitzt er ganz ordentlich dahin, auf der Landstraße fährt er auch seine 100 Km/h, nur auf der Autobahn wird es etwas lästig. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von guten 155 km/h, bergab und mit Rückenwind sind auch mal 160 km/h drinnen, pendelt sich die Reisegeschwindigkeit bei 120/ 130 km/h ein. Was lange Strecken und Überholmanöver etwas nervig macht.  Die 65 PS reichen in der Stadt und auch auf der Landstraße aus, aber mehr schon auch nicht. Durch sein kompaktes Äußeres, seinen höheren Schwerpunkt und dem nicht zu sportlichen Fahrwerk liegt er natürlich auch nicht wie ein Brett auf der Straße. Der Fahrspaß bleibt also etwas auf der Strecke.
Ab 8690 Euro ist der Picanto als Version Attract zu haben. Als Zweitwagen und als Stadtauto konzeptioniert und mit Frauen mittleren Alters als Zielgruppe sieht die Realität etwas anders aus. Denn Frauen im mittleren Alter haben oft Familie und wer Familie hat braucht Stauraum. So wird der Picanto sehr schnell vom Frauenauto zum Männerauto. Denn die Männer benutzen ihn um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. Eingekauft und die Familie transportiert wird dann mit dem großen, also Erstwagen, gemacht. Der Picanto ist außerdem ein Single-und Einsteigerauto. Da wird er wohl mehr die Frauen als die Männer ansprechen. Erstens wegen dem Aussehen und zweitens wegen den wenigen PS. MK

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