Er ist ein kleiner Hingucker. Sieht aus wie eine Mischung aus Baby-TT und Baby-Käfer. Kaum höher als ein Gartenzaun (1245 mm) und hat eine Länge von 3395 mm. Das macht ihn einmalig wendig. Parkplatzsuche und Einparken an sich ist eine seiner leichtesten Übungen.
Mit dem Popo fast auf der Straße, hart wie ein Brett, und man bekommt sofort das Feeling in einem Rennwagen zu sitzen. Dieses Gefühl wird bei kurvenreicher Strecke nur noch unterstrichen, denn der Copen klebt förmlich auf der Straße. Durchdrehende Reifen und Ausbrechen kennt er kaum. Also auch für ungeübte Fahrer, Fahrspaß pur!
Er ist nur 830 Kg leicht, und deshalb reichen die 68 PS auch weitgehendstes aus. Die Leichtigkeit erreicht der Kleine durch Motorhaube, Dach und Kofferraumklappe, die aus Aluminium gefertigt sind. Übrigens ist der Copen das weltweit erste Auto, das ein versenkbares Hardtop aus Aluminium vorzuweisen hat.
Natürlich will man ihn im liebsten immer offen fahren. Mit nur ein paar Handgriffen wir aus der kleinen Kugel ein kleiner, offener Roadster. Die Schnellverschlüsse am Rahmen gelöst, Gang raus, von der Kupplung gestiegen, Handbremse gezogen, das Rollo im Kofferraum eingehakt, den Knopf auf der Mittelarmkonsole gedrückt und – voila – in gut 20 Sekunden haben wir ein Cabrio. Mit einem 360 Grad Rund-Um-Blick weht einem der Wind der großen Freiheit um die Nase.
Der Kofferraum ist bei dieser Größe natürlich alles anderes als grenzenlos. Im offenen Zustand umfasst er gerade mal 14 Liter, im geschlossenen immerhin 210. Aber ein kleiner Roadster ist nun mal keine Familienkutsche und auch kein Transporter.
Ausgestattet ist der Copen mit einem 660 Kubikzentimeter Antrieb. Der Vollaluminium-Vierzylinder-Turbo kombiniert 16-Ventil-Technik mit zwei obenliegenden Nockenwellen und liefert seine volle Leistung von 68 PS (50 kW) bei 6000 U/min. Das maximale Drehmoment von 100 Nm liegt schon bei 3200 U/min an, so dass auch im unteren Drehzahlbereich genügend Beschleunigungspotenzial zur Verfügung steht. Der Turbolader mit Intercooler wurde exklusiv für den COPEN entwickelt und macht schon unterhalb 2000 U/min kräftig Druck. Das berüchtigte Turbo-Loch kennt er aufgrund seiner optimalen Abstimmung auf das Motormanagement nicht. Bei einem Verbrauch von 6,2 Litern schlägt er sich verdammt gut. In 11,7 Sekunden beschleunigt er von 0 auf 100 Km/h. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei ca. 175 Km/h. Aber man fährt selten schneller als 130/140 Km/h wenn er offen ist. Die Schaltung ist knackig, und der Sound des kleinen Flitzers ist auch nicht zu verachten. Sportlich bis giftig, je nachdem wie man ihn fährt. Sportlich ist der Copen auf alle Fälle. Kurvenreiche Wege machen tausendmal mehr Spaß als schnelles Rasen auf der Autobahn. Der Copen ist ein Auto für Genießer. Durch seine tolle Kurvenlage wird jeder Kreisverkehr zum Fun-Faktor. Und es macht einfach nur Spaß offen mit ihm durch die Gegend zu cruisen.
Der Innenraum ist eher minimalistisch. Die Sitze bieten genügend Seitenhalt, die Gurthalterung allerdings sollten noch mal nachgebessert werden. Die sitzen etwas zu weit unten, dadurch verwursteln sich die Gurte und sitzen nicht mehr straff.
Getränkehalter findet man nur einen, hinten an der Mittelarmkonsole. Stauraum an sich ist in einem so kleinen Raodster immer schwierig und im Copen nur in Form von drei Netzen zu finden. Jeweils an den Türen und eins hinten in der Mitte. Radio/ CD hat er natürlich auch, aber bei offener, schnellerer Fahrt hört man nicht mehr viel davon.
Interessant ist allerdings der Preis, denn der Copen ist bereits ab 17 200 Euro erhältlich. Ein erschwinglicher Spaß, den man sich vielleicht doch mal gönnen kann.
MK