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Fahrbericht: Insight
Die Hybris um Hybrid

Glaubt man der Werbung, ist Hybrid das Nonplusultra an Energieeinsparung und Emissionsverhinderung  beim Autofahren. Nun wir gingen der Sache auf den Grund und haben die beiden neuen von Honda auf diesem Sektor mal einem Praxistest unterzogen. Hier geht es um den Insight.....von Hans Jürgen Eibel




Schon beim ersten Blick auf den Insight war mir klar, dass hier sehr viel Wert auf einen niedrigen CW Wert gelegt wurde. Die strömungsgünstige Form, hat natürlich ihre ökologischen Vorteile, aber auch bauartbedingte Nachteile.
Zu denen zählt eine geringe Kopffreiheit ebenso, wie durch die flache und auch noch zweigeteilte Heckscheibe der eingeschränkte Blick nach hinten und durch die im Blickfeld stehende A-Säule zur Seite.
Der Kofferraum ist mit 339 Liter Volumen als ausreichend zu bezeichnen. Beim Tankvolumen hat man wohl Platz eingespart. Das ist mit 40 Litern zu wenig um  auf der Langstrecke mit wenig Tankstops klar zu kommen. Im Testverbrauch waren 7,5 Liter Super auf der Anzeige zu sehen. Das ist, gemessen an den anderen Spritsparwundern, nicht viel, denn auch andere Motoren nehmen sich das aus dem Tank. Lässt man aber den Fuß vom Gas und folgt dem Bordcomputer, kann man deutlich auf die vom Hersteller angegebenen 4,4 Liter und darunter kommen. Gut, der Insight spielt seine Vorteile auch mehr im Citybetrieb aus. Die Start-Stop- Automatik funktioniert sehr gut. Sobald das Fahrzeug zum Stillstand kommt, wird der Motor abgestellt. Er startet wieder sobald der Fuß von der Bremse genommen wird. Teilweise schaltet er schon ab, bevor man steht. Das führt zu Irritationen beim langsamen Fahren.( z.B. in einem Stau) Daran musste ich mich erst gewöhnen.
Die Unterstützung des E-Motors (14 PS und ein Drehmoment von 92 Nm) wird beim Anfahren recht deutlich.  Sonst stehen über den Vierzylinder Benzinmotor 88 PS als Antrieb zur Verfügung. Übertragen wird die Kraft über ein CVT Getriebe auf die Vorderräder. Dieses Getriebe ist gewöhnungsbedürftig und sicher nicht jedermanns Sache.  Beim Tritt auf das Gaspedal, dreht erst mal der Motor hoch bis 6000 U/min und dann setzt das Getriebe die Kraft langsam in Fortbewegung um. Das ist zumindest das subjektive Gefühl, das ich dabei hatte. Objektiv beschleunigt der Insight von 0 auf 100 Km/h in 12,8 Sekunden, nicht wirklich geeignet zum Überholen auf der Landstraße. Zwar kann man über Lenkradtasten 7 Fahrstufen schalten. Ist man nicht im Sportmodus, schaltet es dann aber selbsttätig wieder in die automatische Abstufung. Im Sportmodus wird ohne den manuellen Eingriff nur die Drehzahl höher gehalten.  Elektrische Energie wird im Schiebemodus oder beim Abbremsen erzeugt und beim Beschleunigen in Unterstützung des Benzinmotors  durch den E-Motor umgewandelt.  Das Wechselspiel der Kräfte ist sehr schön durch die Anzeigen im Fahrerinformationssystem  zu beobachten und daran kann man dann auch seine Fahrweise optimieren.
Das Fahrwerk des Insight ist okay, die Federung wirkt auf kurzen Stößen zwar etwas hölzern, aber alles in Allem ist der Federungskomfort akzeptabel. Die Lenkung wirkt syntetisch,  erlaubt aber ein zielgenaues Steuern.
Etwas enttäuschend der Innenraum, die Sitze sind zu konturlos, das Hartplastik wirkt billig, ein richtiges Wohlfühlen will sich nicht einstellen. Der Preis mit 19.900 Euro für das Basismodell ist auch nicht gerade niedrig im Vergleich mit anderen Kompaktmodellen, nur gegenüber dem Prius III von Toyota liegt man hier weit drunter, aber dafür kann der Prius auch elektrisch anfahren und einige Kilometer auch im reinen Elektromodus fahren.
Der Insight ist ein Auto für Menschen, denen es bei der Fortbewegung auch um ihr ökologisches Gewissen geht, dem Vielfahrer würde er doch schnell auf die Nerven gehen.HJE
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