Und kräftig pocht das Herz
Wer kennt nicht Dustin Hoffmanns wilde Jagd durch LA in „Die Reifeprüfung“? Sein fahrbarer Untersatz war der erste Alfa Spider. Vier weitere Modelle dieses Flitzers haben bis 2005 die Tradition fortgeführt. Nun kommt Alfa Romeo mit der sechsten Ausgabe: Hat sie erneut das Zeug, um zum Herzstück der sportlichen Alfa-Welt zu werden?
Es liegen nicht nur zeitliche Welten zwischen dem ersten und dem aktuellen Spider, sondern auch Technische. Natürlich wächst auch fast wie im richtigen Leben das Gewicht der Angebeteten, nur beim Spider blieb die Anziehungskraft erhalten. Etwas über 1800 kg Leergewicht bringt der Neue nun auf die Waage. Ein Großteil des Zuwachses kann man den Maßnahmen zur Karosserieversteifung und den Sicherheitsausstattungen zuschreiben. Neben dem heute üblichen Features verfügt der Spider über einen Knieairbag für den Fahrer. (optional auch für den Beifahrer) Elegantes italienisches Design im Brera-Style, auf dem ja der Spider basiert, wird durch die Stoffmütze nicht getrübt und wenn der Spider seine Hüllen Fallen lässt erstrahlt er in voller Schönheit. Die beiden Höcker hinter den Sitzen lassen den Spider in die Liga aufsteigen, die Geschwindigkeit schon durch den bloßen Anblick transportiert. Kurz und gut, eine Schönheit, die selbstbewusst durch ihre sechs Scheinwerferaugen auf die Straße blickt und deren Style sich im muskulös geformten Heck wiederfindet.
Cuore Sportivo
Die aus dem Brera bekannte Motorenpalette befeuert auch den Spider. Der 2,2 Liter JTS 16Vmit 185 PS und 230 Nm Drehmoment stellt den Einstieg in die Spider Welt dar, Das Topmodell ist der 3,2 JTS 24 V mit 260 PS und 322 Nm. Dieses Modell verfügt über den permanenten Allradantrieb Q4, der im Normalfall 43 % der Antriebskraft auf die Vorderräder und 57% auf die Hinterachse gibt. Bei Bedarf kann er bis zu 70% auf die haftungsstärkere Achse verteilen. Dies geschieht blitzschnell per mechanischem Eingriff des Thorsen-C-Differenzials. Als besondere Überraschung verkündet Alfa Romeo, dass es nun einen ersten Spider mit Dieselantrieb geben wird. Diesen Antriebspart übernimmt der 2.4 JTDM 20 V Fünfzylinder Dieselmotor mit 200 PS und 400 Nm Drehmoment. Hier gibt es dann die dieseltypischen „Vorwätsreißer“ beim durcheilen der Sechs Gänge. Diese sechs Gänge gibt es bei allen Modellen serienmäßig. Optional kann man den 2.2 mit dem Selespeed genannten halbautomatischen, den 3.2 mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe ausstatten lassen.
Spaß an der Freud
Das ist es was der Spider - sei es offen oder geschlossen - auf den kurvigen Bergstraßen rund um Solerno vermittelte. Trotz enger und schlechter Straße war das gefahrene Tempo doch meist höher als das Gefühlte. Dies ergab zwangsläufig auch einen Bremsentest der härteren Art, die aber ohne Fehl und Tadel blieb. Dieses „Untersteuern“ des Tempogefühls war vor allem dem zwar sportlichen, aber dennoch komfortablen Fahrwerk des Spiders zu verdanken. Auch ist die Leistungsentfaltung des V6 Motors gefühlt eher unspektakulär, nur der Blick auf Tacho und Stoppuhr klärt über die wirklichen Qualitäten auf. Gut, der Sound des Alfas ist schon sehr grollig bis bellend, und er machte neben dem Fahrer auch den meisten italienischen Passanten Spaß.
Freude kostet Geld
Wie überall im Leben muss man auch beim Alfahändler für die Freude einen Spider zu erstehen einiges hinblättern. Der 2.2 geht bei 34.500 Euro los und ist schon sehr gut ausgestattet. Neben dem elektrisch bedienbaren Verdeck, gehören noch Sitzverstellung elektrisch und Sitzheizung, sowie die Memoryfunktion für den Fahrersitz hinzu. Wer es exklusiver wünscht greift zum Exclusive Paket. Der 3.2 schlägt mit 42.100 und der 2.4 JTDS mit 41.300 Euro zu Buche. Kein Schnäppchen, aber ein fairer Preis für das Gebotene. Text und Fotos: Automagazin24.de
 
 
 
 
 
 
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