Die Anreise zur internationalen Pressevorstellung in Rom war überlagert vom Streik der Fluglotsen in Italien, was natürlich Chaos und Verspätungen hieß. Die Show, die Fiat dann bot war es wert, vor allem der erste Eindruck des neuen Bravo.
Die artistischen Darbietungen des Cirque du Soleil waren ein würdiger Rahmen für das neue Fiat Modell.
Fiatchef Luca de Meo verglich die Leistungen der Artisten mit der Leistung, die Fiat bei der Geburt dieses Autos zu erbringen hatte. Hohe Anforderungen an Technik und Ästhetik waren gefordert, um dieses Auto in nur 18 Monaten zur Serienreife zu bringen. Man wollte die Erfolgswelle auf der der neue Fiat Grande Punto schwimmt, auch für den Bravo ausnützen. Alleine 200 Autos und 400 Mitarbeiter waren mit den Tests beschäftigt und spulten einige Millionen Testkilometer ab. Was dabei herauskam, kann sich wirklich sehen lassen.
Coupe Ala Familie
Das Fünftürige coupéhafte Auto mit dem Platzangebot einer Limousine, (Länge 4,34 Meter, Breite 1,79 Meter, Höhe 1,49 Meter),wirkt vom Design her sehr „italienisch“. Sportlich elegant, mit einer Front, die an die großen Legenden der italienischen Sportwagenschmieden erinnert, auch das Heck macht Freude. Dynamisch sportlich die Seitenlinie, mit einer kleinen Überraschung im Innenraum. Dieser bietet nämlich erheblich mehr Platz, als der coupeartige Zuschnitt der Karosserie vermuten lässt. Reichlich Kopffreiheit ergeben ein sehr gutes Raumgefühl. Der Bravo bietet im C-Segment ein sehr gutes Angebot an nutzbarem Innenraum, hier ist er laut Fiat der Beste seiner Klasse. Ein Innenraum der optisch und haptisch Freude macht, edle Materialien, saubere Verarbeitung erfreuen Auge und Sinne, so der erste Eindruck. Nicht vergessen will ich die Liebe zum Detail – vor allem am Armaturenbrett. Es fügt sich harmonisch in das Gesamtkonzept des Innenraums ein, verbindet Ergonomie mit Eleganz und schafft mit einer Fülle von Ablagen gezielt Platz für die Dinge des täglichen Bedarfs. Erwähnung verdient auch die gut erkennbare Instrumentengrafik, die orangefarbene Instrumentenbeleuchtung, das Multifunktionsdisplay, der perfekt platzierte Schalthebel sowie die funktionale Mittelkonsole samt gut erreichbaren Bedienelementen.
Der neue Fiat Bravo bietet auch eine Menge Platz für das Gepäck. Das Ladevolumen von 400 Liter hinter der großen, weit öffnenden Heckklappe unterstreicht die familientauglichen Qualitäten des neuen Modells. Wird die geteilt umlegbare Rückenlehne nach vorn geklappt wächst es auf beachtliche 1.175 Liter an.
Kurz angetestet
Bei einer kurzen Testfahrt fuhr ich den Multijet Diesel mit 150 PS. Angenehm ruhig verrichtet er sein Werk, allzeit bereit aus dem Drehzahlkeller loszulegen. Ein knackig und zielgenau zu schaltendes Sechsganggetriebe unterstützt den Vorwärtsdrang optimal. Die Abstimmung ist im Sinne (oder Unsinne – das bleibt der jeweiligen Betrachtungsweise überlassen) sportlich straff, aber doch mit gutem Komfort.
An den Bremsen hat man auch gearbeitet, die übertriebene Bereitschaft voll zuzupacken, wenn man nur das Bremspedal anrührt, die wir beim Grande Punto noch bemängeln mussten, ist nun auf ein vernünftiges Maß reduziert. Die Lenkung ist zielgenau und feinfühlig, es macht Spaß um die Ecken zu zirkeln.
3..2..1.. Los
Zum Start gibt es den Bravo mit neu entwickelten Motoren.
Als Basismotorisierung dient ein 1.4-Liter-Benzintriebwerk mit 66 kW (90 PS). Es erreicht bei 4.500 U/min ein maximales Drehmoment von 128 Nm. Das drehfreudige Aggregat aus der Fire-Familie verhilft dem Fiat Bravo 1.4 16V zu ansprechenden Fahrleistungen (0 bis 100 km/h in 12,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 179 km/h) und begnügt sich beim Verbrauch mit 6,7 l/100 km (kombiniert nach RL 80/1268/EWG). Der auch in anderen Baureihen des italienischen Automobilherstellers verwendete Motor wurde für seinen Einsatz im neuen Fiat Bravo durch eine neue Steuerungssoftware für das Motormanagement optimiert.
Ihm zur Seite stehen zwei Aggregate aus der neuen turbogeladenen T-JET Motorenfamilie.Die beiden T-JET-Aggregate haben jeweils einen Hubraum von 1.4-Litern und sind unterschiedlich ausgelegt: den sportlichen Part übernimmt der 110 kW (150 PS) Turbo-Vierventil-Vierzylinder, ein wenig „gemäßigter“ gibt sich sein 88 kW (120 PS) starkes Pendant. Leistungen, die beide Motoren bei jeweils 5.000 U/min mobilisieren. Ebenfalls identisch ist das maximale Drehmoment. Es beträgt ansehnliche 200 Nm bei 2.000 U/min (beim 110 kW-Aggregat) bzw. 1.750 U/min beim 88 kW-Motor.
Auf dem Dieselsektor tritt der Bravo mit dem 1.9 Liter Multijet mit 88 kW (120 PS) – 0 bis 100 km/h in 10,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 194 km/h, Verbrauch 5,3 l/100 km kombiniert nach RL 80/1268/EWG – und dessen 110 kW (150 PS) starkem Vierventil-Pendant, an. Das temperamentvolle Triebwerk wartet mit einem maximalen Drehmoment von 305 Nm bei 2.000 U/min auf, beschleunigt den neuen Fiat Bravo in 9,0 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, garantiert eine Höchstgeschwindigkeit von 209 km/h und verbraucht 5,6 l/100 km (kombiniert nach 80/1268/EWG). Er wird ausschließlich in Kombination mit einem Sechsgang-Getriebe angeboten,
Klar hat man dem Bravo alles mitgegeben, was an Technik und Sicherheitsfeatures heute „state of the art“ ist, sogar einen Knieairbag für den Fahrer.
In Italien geht er am 01.02.07 an den Start ins Rennen um die Gunst der Käufer, wir in Deutschland müssen noch bis 24. März diesen Jahres warten. Nun die Chancen in diesem Rennen stehen nicht schlecht, man hat ihn mit attraktiven Motoren, schönen Ausstattungspaketen, vier Ausstattungsvarianten (Active, Dynamic, Emotion, Sport) und einem mehr als fairen Grundpreis von 14.200 Euro für den 1.4 Active versehen.
Text und Fotos: Automagazin24.de