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| Fahrbericht: Fiat 500 1.3 Multijet |
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Zeitenwanderung
Petticoat und Rock’n Roll war angesagt als Fiat mit dem 500er auf den Markt kam. Auch er hatte damals schon das Kulleraugengesicht, das nun perfektioniert, die Damenwelt ganz besonders anzusprechen scheint. Von „ach wie süß“ bis zu „wie schnell geht’n der“ reicht der Fragenkatalog der Damenwelt, wenn man den Fehler macht, auf dem Aldi-Parkplatz neben dem Auto stehen zu bleiben. Er interessiert auch länger nach der Markteinführung noch mächtig.
War anno Tobak der 500 noch eher eine preisgünstige Lösung, einen Wagen für die Familie zu erwerben, ist der aktuelle 500er doch eher eine Lifestylefrage geworden. Genau wie der Nuovo 500 von 1957, nuovo deshalb, weil er vorher schon einen 500er gab, in Form des Topolinos, erobert auch der neue Nuovo die Herzen der Menschen. Vergangenheitsbewältigung Sicher ist er sicher! Apropos Sicherheit. Was 1957 unter dem Begriff Airbag verstanden worden wäre, lässt sich nur erahnen; wahrscheinlich eine Tasche für Flugreisen. Sicher ist nur, dass nicht den Lebensretter, der er heutzutage ist, damit in Verbindung gebracht worden wäre - obwohl, das erste Patent dafür ist bereits 1920 beantragt worden. Der neue Fiat 500 hat serienmäßig Fahrer- und Beifahrer-Airbags, Seiten- und Kopfairbags. Dazu gesellt sich ein Knieairbag, der die Beine des Fahrers bei einem Frontalaufprall vor Verletzungen bewahrt. Kindersitze – vor fünf Jahrzehnten ebenfalls noch unbekannt – können mit Isofix-Anschlüssen optimal befestigt werden. Dreipunkt-Sicherheitsgurte stehen für alle vier Sitzplätze parat, vorne sogar mit doppelten Gurtstraffern und Gurtlastbegrenzern ausgerüstet. Allerdings wäre es nett, wenn man den Gurt auch ohne Verrenkungen erreichen könnte. Ein Plastikteil, mit dem der Gurt nach vorne gebracht werden könnte, wäre da hilfreich, denn der Spalt zwischen Sitzlehne und rauem Plastik der Innenverkleidung ist doch recht eng. Die Karosserie und Rückhaltesysteme erhielten die aktuelle Höchstwertung von fünf Sternen und 35 von 37 möglichen Wertungspunkten. Die EuroNCAP-Ingenieure stuften das Verletzungsrisiko nach den Crashtests im Fiat 500 als sehr gering ein. Auch in den separat gewerteten Kategorien Kindersicherheit und Fußgängerschutz konnte der Fiat 500 mit guten Ergebnissen überzeugen. Auch für die Stufe sechs, -wenn sie denn eingeführt wird, glaubt man sich bestens gerüstet. Ich weiß ja nicht, welche der 550.000 Ausstattungsvarianten bei unserm 500er grade zum Tragen kam, aber der Innenraum machte doch einen netten Eindruck. Weißer Kunststoff im Verbund mit in Wagenfarbe lackiertem Blech ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber die Zielgruppe wird, wie die Verkaufszahlen auch belegen, davon angesprochen. Das „Doppelte Lottchen“, ein Instrument, das Tempo und Drehzahl auf zwei Kreisen ineinander anzeigt ist gewöhnungsbedürftig, aber der Motor bietet die Drehzahl ja ausreichend akustisch an. Die fünf Gänge der Getriebebox lassen sich auch exakt sortieren, dank des hoch liegenden Schaltknüppels auch ohne Kollisionsgefahr mit dem Bein des oder der Beifahrerin. Platz bietet der 500er auf den Vordersitzen überraschend viel und das Glasdach macht ihn doch recht luftig. Bequem sind die Sitze auch und so könnte man sich eine Tour zum Lido di Jesolo doch ganz gut vorstellen, wandelnd auf den Spuren der Altvorderen, die diese Strecke in den Urlaub teils noch mit der NSU Lambretta, aber auch im nuovo 500 bewältigten. Eng geht es auf der Rückbank zu. Nach dem Motto „schlecht gefahren ist besser als gut Gelaufen“ mögen die Platzverhältnisse für Personen unter 170cm Körpergröße noch tolerierbar sein. Größere Personen müssen dann schon eine leicht gebückte Haltung einnehmen. Die kurzen Sitzflächen laden auch nicht gerade dazu ein, es sich bequem zu machen. Verbraucht hat unser 500er, der überwiegend im Citymodus lief, dabei 6.3 Liter Diesel. Auf der Autobahn sank der Verbrauch je nach Fahrweise auf eine 5 vor dem Komma. Griff ins Täschchen Um einen 500er zu erstehen sind mindestens 10.500 Euro nötig, dafür erhält man dann den 500 Pop in der 1.2 8V Ausführung. Für den 500 1.3 Multijet sind 14.500 Euro fällig, plus so einiges für nette Spielereien, denen man aber auch nur schlecht widerstehen kann. HJE Download als PDF File Technik
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