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Kontaktaufnahme: BMW 3er Cabrio
Der Ritterschlag

Es ist ganz einfach: Wer zuletzt kommt, muss der Beste sein. Das hat BMW mit seinem Klappdach-Cabrio bravourös geschafft.






Viele haben es schon: ein Hardtop-Cabrio, von den Franzosen auch gern Coupé-Cabriolet genannt (immerhin war der Peugeot 206 CC das erste Cabrio, das mit einem festen und versenkbaren Cabrio-Dach zu uns kam). Jetzt fährt also auch BMW mit so einem Ding vor – obwohl es vor nicht allzu langer Zeit noch hieß, dass die Münchner Autobauer beim Stoffdach bleiben wollen.

Schaulaufen

Und womit sie vorfahren: mit einem Cabrio, dessen Anblick allein schon eine echte Schau ist! Stilsicher gezeichnet, optisch wunderbar gestreckt und ohne den hässlichen Buckel hinten, den alle anderen benötigen, um das Dach zu verstauen. Macht in Summe einfach eine gerade und schnittige Waagerechte mit tiefer Hüftlinie. Von vorne lassen die in den Radlauf gezogenen Scheinwerfer den 3er breiter wirken, hinten nehmen die Rückleuchten (mit LED-Stäben) Anleihen beim Siebener. Das Dach selbst bietet ein wenig Theater: Es öffnet sich nicht, wie bei vielen anderen, in einer Welle, sondern mit einem eher ungewohnten dreiteiligen Bewegungsablauf: erst dreiteilen, dann stapeln und schließlich wegpacken. Und das alles in den mittlerweile branchenüblichen 23 Sekunden. Der Kofferraum fasst dann immer noch 210 (von insgesamt 350) Liter. Geschlossen hat das Hardtop sogar Platz für den fast schon legendären Hofmeister-Knick an den hinteren Seitenfenstern.

Frischluften

Die Frontscheibe des 3er Cabrios steht etwas steiler und musste deswegen auch nicht so weit nach hinten gezogen werden wie bei manchem Konkurrenten. Das zeitigt gleich zwei erfreuliche Effekte: Zum einen hat sich die Gefahr verringert, sich beim schnellen Ein- oder Aussteigen hässliche Beulen zu holen, zum anderen entsteht so echtes Cabrio- (und nicht Roadster-)Feeling. Schade nur, dass ausgerechnet das so essenzielle Windschott, das bis Tempo 130 fast alle Luftverwirbelungen von Fahrer und Beifahrer fernhält (wie wir auf einem Interstate-Highway in Arizona feststellen konnten), mit 320 Euro als Extra in der Aufpreisliste steht. Schade auch, dass das Dach nicht schon bei langsamer Fahrt geöffnet oder geschlossen werden kann – das geht aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht: Der geöffnete Kofferraumdeckel klappt nach unten und verdeckt teilweise die Rückleuchten. Und das darf nicht sein. Kleine Entschädigung: Das Dach lässt sich dafür schon bei der Annäherung ans Fahrzeug öffnen – ein Art Parkplatz-Theater. Ansonsten gilt: Schöner offen fahren nie war!

Wohnsitzen

In aller Kürze: gewohnte Armaturen, gewohnte Alltagstauglichkeit, die gewohnte BMW-Perfektion (wie selbstverständlich wir das heute alles erwarten…). Weiters: ein auch bei grellstem Sonnenlicht wunderbar abzulesender Navi-Bildschirm (da steckt allerlei feine Technik dahinter), ein iDrive mit den schon aus dem X5 bekannten acht frei programmierbaren Tasten, Sportsitze (Aufpreis), mit denen wohl jeder Fahrer seine perfekte Position am Volant findet. Vorteil Hardtop: Das Heckfenster konnte größer ausfallen und verleiht dem Cabrio so auch bei geschlossenem Zustand einen angenehm lichten Innenraum. Dazu gibt’s auch noch eine Durchreiche, die natürlich für Ski, aber auch f?r Snowboards gro? genug ist – sie zu benutzen, geht allerdings auf Kosten der hinteren Plätze. Aber will da überhaupt jemand sitzen?

Leistungsfreuen

Bei der ersten Ausfahrt in Arizona/USA stand nur ein Motor zur Verfügung: der 335i genannte Biturbo-Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum. Er ist ein Direkteinspritzer mit je einem kleinen Turbo für drei Zylinder und einem Sensor, der auf den äußeren Luftdruck reagiert und in lichten Höhen dafür sorgt, dass keine Leistung verloren geht. Um den Effekt so richtig zu merken, müsste man vielleicht die Großglockner-Höhenstraße in Österreich befahren, mit Turbo ohne und mit Turbo mit … In Arizona ging’s auf „nur“ 2100 Meter rauf – da hatte der Sechszylinder keinerlei irgendwie erkennbare Mühe. Aber was für ein Motor das überhaupt ist! Sonores Brummen von unten bis oben, heiseres Bellen bei Leistungsabforderung – schlicht ein Klang, der Gänsehaut verursacht und der nie prollig klingt. Dazu Kraft, die nie ausgeht, und ein Verbrauch, der sich irgendwo zwischen neun und elf Liter einpendelt. Einfach ein Motor, der Kult werden könnte.

Das neue BMW 3er Cabrio steht ab Ende März bei den Händlern. Die Preise beginnen bei 39.900 Euro (320i mit neuem Vierzylinder-Motor). Der von uns gefahrene 335i startet bei 50.750 Euro, den 330d gibt’s ab 49.000 Euro.
Text: Automagazin24.de Fotos: Hersteller

















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