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Tom Tom

Fahrbericht BMW 130i
Das Überraschungs-Ei

Eher unauffällig ist der erste Eindruck, den der 1er-BMW mit sechs Zylindern zunächst vermittelt. Dem Äußeren ist erst einmal nicht anzusehen, dass mehr in ihm steckt als in den anderen Einsern. Erst die Klangkulisse des Reihensechszylinders die den doppelten Endrohren entweicht, lässt die höheren Weihen des 130i erkennen und erfühlen. Gänsehaut-Feeling ist angesagt.





Schon bei der Präsentation des 1er-BMWs war nach einem Blick in den Motorraum klar, dass der den Sechszylinder-Reihenmotor wohl ohne Probleme aufnehmen wird. Die Frage danach wurde mit einem „schaun mer mal“ beantwortet, was soviel hieß wie: ja. Bald darauf war er Wirklichkeit.

Sportler in Samt und Seide

Der seidig drehende Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum, 265 PS und 330 Nm Drehmoment ist ein Kraftwerk allererster Güte. Gas nimmt der 130i spontan an, jeder Fahrerbefehl wird sofort in Vortrieb umgesetzt, den Sprint von 0 auf Tempo 100 erledigt er in 6,1 Sekunden. Noch beeindruckender aber ist seine Elastizität. Im vierten Gang vergehen bei Tempo 80 gerade mal 5,2 Sekunden, bis Tempo 120 erreicht ist.
Ohne Murren erledigt der BMW auch die Aufgabe, im sechsten Gang durch die City zu rollen. Zwischenspurts im großen Gang werden souverän erledigt. Richtig Freude kommt auf, wenn man das präzise und knackig zu schaltende Sechsgang-Getriebe fleißig bedient und das Drehzahlband, das bis über 7000 U/min reicht, ausnützt. Klar wirkt sich das auch auf den Verbrauch aus: So hatten wir einen Testverbrauch von 12,7 Liter des guten Superplus zu verbuchen.

Leistung Im Griff?

Wer über soviel Kraft verfügt, muss diese natürlich auch zügeln. Außer man fährt auf dem Salzsee in Utah. BMW hat deswegen bei den Bremsen aufgerüstet. Die Verzögerung ist hervorragend, gut dosierbar, das Pedalgefühl in Ordnung. Um dem nachfolgendem Verkehr die Wirkung dieser Bremse auch optisch zu signalisieren, verfügt der 130i über das zweistufige Bremslicht: Dabei vergrößert sich die Fläche des Bremssignals deutlich, wenn eine Vollbremsung eingeleitet wird. Das Fahrwerk vermittelt in Verbindung mit dem Heckantrieb und einer Gewichtsverteilung von 50:50 das Gefühl, in einem Gokart zu sitzen. Die Abstimmung ist gelungen, trotz sportlicher Straffheit bleibt das Fahrwerk noch komfortabel. Die Lenkung vermittelt recht guten Fahrbahnkontakt, wird allerdings bei hohem Tempo sehr direkt und fordert etwas Gewöhnung. Sollte man es mal übertreiben, greift das DSC der neuen Generation gezielt ein. Für sportliche Fahrer kann die Traktionskontrolle auf einen Modus gestellt werden, der mehr Schlupf zulässt. Mit komplett abgeschalteten elektronischen Helfern,lassen sich auf geeigneten Strecken auch gekonnte Drifts provozieren.

Zielgruppe Familie?

Der 130 verfügt über drei mit Isofix ausgestattete Plätze auf der Rückbank. Allerdings dürfte der glückliche Papa dreier Sprösslinge nicht unbedingt zur Zielgruppe der 1er-Käufer zählen. Platz ist nicht das, was diesen BMW auszeichnet. Vier Türen sind zwar im Angebot, der zur Verfügung stehende Platz im hinteren Abteil kann aber nur mit viel Toleranz als knapp bezeichnet werden. Offiziell ist er ja sogar ein Fünfsitzer.

Auf den serienmäßigen Vordersitzen sitzt man bequem, der Seitenhalt ist aber trotz Sportsitzanmutung nicht optimal. Hier dürfte das optionale Sitzpaket mit einstellbaren Seitenwangen helfen. Das Interieur wirkt etwas kühl, mehr Büro als Wohnzimmer. Die Instrumentierung ist klar gegliedert. Auch wenn über iDrive immer wieder mal gemeckert wird: Ich kam damit problemlos klar, obwohl ich nicht zur Generation der Computerkids zähle. Die optionale Sprachbedienung, die man sich gönnen sollte, erleichtert die Bedienung des iDrive erheblich.

Es war schon immer etwas teurer, sich einen BMW zu leisten. So ist der Einstiegspreis von 32.750 Euro nicht gerade als Schnäppchen zu bezeichnen, zumal sich dieser ja über die Optionsliste locker auf 50.000 Euro treiben lässt.
Fotos und Text: Auto-Magazin24.de














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