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Fahrbericht: BMW 635d

Luxuriöses Vernunftsauto

Wie können 73.500 Euro Basispreis und Vernunft zusammen passen? Ganz einfach: In dem man ein Luxuscoupé mit einem Dieselmotor paart.





BMW hat das recht erfolgreich geschafft, zwischen den zwei Benzinern (630i und 650i) haben die Bayern den 635d aufgestellt. Zwar liegen die Beschleunigungszeiten der Benziner unter der des Diesels, allerdings ist ein 630i gerade mal 0,2 Sekunden schneller als der 635d. Der 650i mit V8 Benziner ist mit 5,1 Sekunden sowieso ausser Konkurrenz.
Das sind aber Dinge, die einen 635d Fahrer nicht sonderlich tangieren werden.
Drehmoment und die Gewissheit, selbst bei schneller Fahrt nicht mehr als 9,5 Liter Diesel auf 100 km verbraucht zu haben zählen da schon mehr.
286 PS leistet der mittels Registeraufladung zwangsbeatmete Selbstzünder aus drei Liter Hubraum. Dabei entwickelt er beeindruckende 580 Nm  Drehmoment, die man auch gut zu spüren bekommt.
Damit die Kraft nicht für unerwartete Dreher sorgt sind natürlich allerlei Helfer wie Traktionskontrolle und ESP  an Board. Die Traktionskontrolle arbeitet recht feinfühlig und fast unmerklich, außer man versucht auf nassen Straßenbahngleisen loszufahren, da merkt man dass die Elektronik etwas gegen die momentane Gaspedalstellung hat und solange Gas zurücknimmt, bis die Räder wieder greifen.
Wer es drauf anlegt, kann Kurven natürlich auch mit einem Drift nehmen, die Elektronik lässt das zu einem gewissen Grad durch, bis sie dem Treiben ein Ende setzt und die Fuhre wieder auf den richtigen Kurs bringt.
In der Grundeinstellung ist der 6er lammfromm, aber wehe man betätigt den „Sport“ Knopf in der Mittelkonsole, da wird die Gasannahme gleich um einiges schärfer, die Lenkung härter und die Fahrt gleicht dann mehr dem Ritt auf einer Kanonenkugel.
Um die Kraft kontrollieren zu können sind gut zupackende Bremsen natürlich obligatorisch.
Die Kraftübertragung erfolgt übrigens über ein Sechsgang - Automatikgetriebe, das die Gänge so schnell wechselt dass auch sie nur der Freude am Fahren dienlich sein kann.
Etwas futuristisch anmutend aber dennoch gut in der Hand liegend präsentiert sich der Wählhebel.
Seine Funktionsweise muss man aber erstmal ertasten, da er nicht, wie von einem Automatikwählhebel gewohnt in der gewünschten Stufe stehen bleibt, sondern wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückkehrt. Ein leichter Druckpunkt signalisiert, dass man irgendwas gemacht hat, ein Blick auf den Hebel bringt Gewissheit, dort zeigt eine LED die Fahrstufe.
Die Gänge können zudem noch manuell am Hebel oder über Wippen am Lenkrad gewechselt werden.
Aber egal, man braucht da ja nur einmal hindrücken, die restlichen Hebel bedient man dagegen öfter, das geht aber alles leicht von der Hand.
Für Komfort und gleichzeitig sicheren Halt sorgen die hervorragenden Sportsitze, diese halten  für jeden Fahrer einen ausreichenden Verstellbereich zur Verfügung.
Selbst auf den zwei Plätzen hinten reicht der Platz noch für Personen bis 1,70m aus, wenn vorn nicht gerade ein Riese sitzt.
Damit aber vier Personen mit dem 6er unterwegs sein können, braucht es auch Platz im Kofferraum, jedenfalls wenn die Reise länger sein soll. Hier muss man sagen, dass der Kofferraum riesig ist, 450 Liter um genau zu sein.
Unser Testwagen kam übrigens auf knapp 92.000 € also reine Vernunft, wenigstens beim Verbrauch, der lag zwischen 7,7 und 9,5 Litern Diesel auf 100 km.













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